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Du kannst einfach nicht abschalten? So klappt´s!

 

Geht es Dir beim Autofahren auch so? Du fährst eine unbekannte Strecke entlang und hörst währenddessen Deine Lieblingsmusik. Plötzlich wird die Straßenführung verwirrend und Du musst Dich richtig stark konzentrieren, um Dich nicht zu verfahren.

Was machst Du in solch einem Moment? Lass mich raten: Du greifst zum Lautstärkenregler, um die Musik runter zu drehen!

In unserem Alltag ist Multitasking zwar keine Seltenheit, aber speziell in dieser beispielhaften Situation drehst Du die Musik instinktiv runter. Warum wird Deine Lieblingsmusik plötzlich, wenn Du Dich auf den Verkehr konzentrieren musst, zu ablenkendem „Lärm“?

Ganz einfach: Wir sind immer dann am erfolgreichsten, wenn wir uns ohne Ablenkung, nach vorn blickend auf unser Ziel konzentrieren.

 

hilft Meditation bei Krebs

 

 

Warum erzähle ich Dir das? Weil Dein Alltag sicherlich auch ganz viel ablenkender, energieraubender oder auch überfordernden “Lärm“ enthält. Dazu zählen unter anderem Gedanken, die:

  • Dich klein oder schlecht machen.
  • Deine Ängste verstärken.
  • Dir die Energie rauben für das, was tatsächlich Deine Aufmerksamkeit verdient.
  •  sich mit Dingen beschäftigen, die Du sowieso nicht mehr ändern kannst. Eben die gedanklichen Rollenspiele, wie Du wann was hättest besser machen können.
  • sich auf den denkbar schlimmsten Ausgang fixieren, auch wenn die Situation realistisch betrachtet gar nicht so hoffnungslos ist.
  • im schlimmsten Fall dazu führen, dass Du den Kampf viel zu früh aufgibst.

Verstehe mich bitte nicht falsch. Derartige Gedanken sind grundsätzlich menschlich und somit völlig normal – sofern sie nicht Überhand nehmen. Wir sollten nämlich immer bedenken: Gedanken führen früher oder später zu Taten – auch wenn die Tat letztendlich sogar das „Nichthandeln“ sein kann, weil wir die Hoffnung, unser Ziel zu erreichen, einfach aufgeben.

Gerade wenn man sich mit einer Erkrankung wie Krebs gedanklich beschäftigt, ist es oft schwer an etwas anderes zu denken. Aber nicht nur Krebspatientinnen sind von diesem „Lärm“ im Kopf  betroffen. Auch wenn sie sich zugegebenermaßen mit einer denkbar schwierigen Situation in all ihren Facetten auseinandersetzen müssen.

Auch gesunde Menschen müssen oftmals nach dem Lautstärkenregler suchen! Denn Sie investieren viel zu oft ihre gedankliche Energie an der falschen Stelle. Eben dort, wo sie verpufft oder gar mehr schadet, als hilft. Ganz zu schweigen vom Stress verursachenden gedanklichen Lärm, der oftmals aufgrund unseres Alltags unvermeidbar erscheint.

 

Ein Trend der keiner ist!

Ich durfte kürzlich ein Symposium besuchen, an dem auch der XIV. Dalai-Lama (buddhistischer Mönch, der weltliche und geistige Oberhaupt der Tibeter) als Gastsprecher teilnahm. Ein ganz besonderes Erlebnis.

Alle Gastsprecher des Symposiums hielten Vorträge über Ethik, globale Verantwortung und Mitgefühl – Themen, die jeden Menschen auf dieser Welt betreffen.

Ein für mich besonders interessanter Vortrag handelte vom wissenschaftlich erwiesenen, gesundheitlichen Effekt der Achtsamkeit – was neudeutsch als „Mindfulness“ bezeichnet wird. Quasi ein Trendwort, aber genau genommen einfach eine von vielen Formen der Meditation.

Der Grundgedanke der Achtsamkeit, des Mindfulness, entstammt dem Buddhismus. Mindfulness ist also nichts Neues! Im buddhistischen Kontext beginnt jegliche Form der Meditation mit Achtsamkeit.

Für mich völlig neu war der Hinweis, dass die uns heutzutage vorliegenden Forschungsergebnisse zum positiven Effekt der Achtsamkeit, maßgeblich auf die Bemühungen diesen aktuellen Dalai-Lamas zurückzuführen sind. Dank seiner Öffentlichkeitsarbeit der letzten Jahrzehnte, hat man die Auswirkungen der Achtsamkeit auf den Menschen wissenschaftlich untersucht.

So weiß man heute, dass Achtsamkeit nicht nur einen vorübergehend angenehmen Effekt auf den Geist hat. Bei regelmäßiger Anwendung gibt es sogar zahlreiche weitere nachweislich positive Gesundheitseffekte:

  • verbesserte Konzentration
  •  emotionale Stabilität
  •  bessere Stressbewältigung
  • besseren Schlaf, was u.a. den Alterungsprozess verlangsamt
  • verbesserte Blutdruckwerte

Wenn Du also der Wissenschaft Glauben schenkst, dann ist es an der Zeit Deinen persönlichen Lautstärkenregler zu finden.

Mindfulness – auch wenn Du glaubst, meditieren ist nichts für Dich!

Selbstverständlich muss ich auch immer wieder an meinen eigenen negativen Gedanken arbeiten.
Eine für mich allerdings viel schlimmere Auswirkung des persönlichen Lärms: Stressgefühle!

Selbstverursachter Stress ist ein Schwachpunkt meiner Persönlichkeit, an dem ich ständig bewusst arbeiten muss. Die Rädchen in meinem Kopf laufen immer auf Hochtouren! Bildlich gesprochen sieht es in meinem Kopf wie auf eine (Tag und Nacht!) vielbefahrenen, 8-spurigen Autobahn aus.

Ich bin sogar ganz fest davon überzeugt, dass meine Brustkrebserkrankung aufgrund der vielen Auswirkungen meines damals stressvollen Lebens entstand.

So kann ich sagen, dass Achtsamkeit eine doppelt positive Auswirkung auf mich und meine Gesundheit hat.

Bereits vor vielen Jahren hatte ich gelesen, dass Meditation hilft, die Gedanken zu stillen. Etwas, was ich dringend benötigte! Es war allerdings zunächst ein schwieriger Weg, denn ich hatte eine viel zu strikte Vorstellung davon, wie das Ganze abzulaufen hat! Ich kann mich noch erinnern, als ich es anfangs ausprobierte. Jedes Mal, wenn ich den Lotussitz einnahm und versuchte, meine Gedanken abzuschalten, haben sie mich umso mehr überflutet.

Ich war überzeugt, dass ich einfach nicht dafür geschaffen bin.

Nach vielen „gescheiterten“ Versuchen, die letztendlich nur dazu führten, dass ich mich über mich selbst ärgerte, habe ich irgendwann endlich begriffen, dass Achtsamkeit nicht zwingend an einem bestimmten Ort, auf eine bestimmte Weise erfolgen muss.

Achtsamkeit bedeutet die Gedanken ins Hier und Jetzt zu holen. Und das geht quasi in jeder Körperhaltung, am jedem Ort, zu jeder Zeit. Ob bei der Hausarbeit, beim Waldspaziergang oder auf der Autobahn im Stau! Auch Tagträumerei kann eine Form der Achtsamkeit sein.

Meist sind wir mit unseren Gedanken in der Zukunft oder in der Vergangenheit – selten gelingt es uns gedanklich genau dort zu sein, wo wir uns gerade befinden. Das verursacht Stress!

Einen einfachen Weg Mindfulness und somit Ruhe und Erholung für unseren gestressten Körper zu erreichen? Durch die Atmung!

 

Mindfulness – Das kleine 1 x 1 der Achtsamkeit

Wir müssen nicht alle buddhistische Mönche werden, um die Vorteile der Achtsamkeit zu genießen!

Schon das Innehalten – mit geschlossenen Augen, natürlich nur falls die Situation erlaubt! – ermöglicht dem Körper die Ruhephase und somit die gesundheitlichen Vorteile der Achtsamkeit einzuleiten.

Wenn Du dann einfach beginnst, Deine tiefen Atemzüge gedanklich zu zählen, bist Du schon auf dem besten Weg,Deinem Körper etwas Gutes zu tun. Das Ziel ist, Dich gedanklich auf Deine gleichmäßige und langsame Atmung zu konzentrieren.

Eins sollte Dir allerdings bewusst sein: Deine Gedanken werden sicherlich immer wieder versuchen abzuwandern. Plötzlich fällt Dir ein, was noch alles auf Deiner To-Do-Liste steht. Das ist ganz normal. Einfach bewusst zur Kenntnis nehmen und wieder zur Atmung zurückkehren. Nicht davon entmutigen lassen!

Wahrscheinlich wirst Du nach nur wenigen Minuten bereits einen ersten positiven Effekt merken. Je öfters Du übst, umso besser wird’s!

Eine immer und überall einsetzbare Übung. Hört sich fast zu einfach an, ich weiß! Aber so kannst Du Schritt für Schritt den Lärm in Deinem Kopf herunterdrehen.

Wenn Du allerdings mehr über Mindfulness erfahren möchtest, empfehle ich Dir die Bücher und Videos von Jon Kabat-Zinn. Jon Kabat-Zinn ist Emeritus für Medizin an der University of Massachusetts Medical School in Worcester. Er unterrichtet Achtsamkeitsmeditation, um Menschen zu helfen, besser mit Stress, Angst und Krankheiten umgehen zu können.

 

Hilft Meditation bei Krebs? Was glaubst Du? Wie oder wann kannst Du am besten abschalten? Schreibe es mir in den Kommentaren

 

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